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Bei Fälligkeit einer Lebensversicherung entscheiden sich zwei von drei Vorsorgesparern für die einmalige Kapitalauszahlung – und damit gegen die lebenslange Rente. Das Risiko, länger zu leben, als das ausbezahlte Geld reicht, wird von den meisten unterschätzt.

„In Kürze wird Ihre Lebensversicherung fällig“ – so lautet die frohe Botschaft, die die Anleger gleichzeitig mit der Frage konfrontiert: Einmalige Kapitalzahlung oder lebenslange Rente.

Der demografische Wandel, auf den ich an dieser Stelle in der Beratung zurückkommen muss, hat unmittelbare Auswirkungen auf das Rentenniveau. Die gesetzliche Rente wird künftig nicht mehr ausreichen, um den Lebensstandard des Berufslebens im Alter fortzuführen. Den meisten ist das vertraut, denn das war zumeist die Motivation für den Vertragsabschluss. Dennoch entscheiden sich laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag des GDV (Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft) zwei von drei Versicherten für die Kapitalauszahlung – und damit gegen die Rente. Warum ist das so?

Die Wissenschaft hat menschliche Verhaltensmuster identifiziert, die irrational sind und zu ökonomisch unvernünftige Konsequenzen führen. Eine Sache jetzt ganz zu besitzen, befriedigt mehr und erscheint uns wertvoller, als nur ein temporärer Bruchteil davon und die Aussicht auf mehr. „Gegenwartspräferenz“ nennt man das. Mit anderen Worten: Lieber jetzt das große Geld, als eine kleine lebenslange Rente. Viele Vorsorgesparer haben zudem im Kopf, wie alt ihre Eltern oder Großeltern wurden und leiten davon ab, wie lange sie leben müssten, damit sich die Rentenzahlungen lohnen, sprich die Auszahlungssumme übersteigen. Doch wer so rechnet, unterschätzt die eigene Lebenserwartung und bewertet die Rentenversicherung nach den falschen Kriterien. Auf http://www.7jahrelaenger.de/lebenserwartungsrechner/ gibt es einen amüsanten Lebenserwartungsrechner, der mit dem neuesten statischen Datenmaterial untermauert ist. Probieren Sie es aus: wer heute 30 ist, hat ein prognostizierte Lebensdauer von 90 Jahren. 

Renditemaximierung ist nicht das Ziel

Die primäre Frage ist nicht, welche Rendite erzielt wird, sondern welchen Beitrag die private Rente für den eigenen Alltag leisten kann. Es geht schlicht um die finanzielle Absicherung des Lebensstandards für einen unbekannten Zeitraum. Deshalb gehört die private Rentenversicherung unverändert zu den Basisempfehlungen für die Altersvorsorge, zumal auch die Rente in der Versorgungsphase steuerlich begünstigt ist.-

Bei der Frage „Kapital oder Rente“ gibt es dennoch kein eindeutiges „Richtig“ oder „Falsch“. Wer über andere regelmäßige Einkünfte im Alter, wie beispielsweise Mieterträge verfügt, oder wer krankheitsbedingt eine unterdurchschnittliche Lebenserwartung hat, braucht ganz gewiss andere Anlagelösungen. Wir raten im Rahmen einer umfassenden Altersvorsorgeberatung zu einem Gespräch, in dem alle vorhandenen Altersvorsorgemaßnahmen beleuchtet werden. Denn auch wenn die Versicherungsleistung ausbezahlt wird, stellt sich die Frage: wohin mit dem Vermögen?