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Robo Advisor bringen sich in Stellung. Ihr Anspruch ist es, die Vermögensanlage zu revolutionieren und den klassischen Vermögensverwalter am liebsten ganz zu streichen. Doch das wird so einfach nicht gelingen, sagt Constanze Hintze, Chefin von Svea Kuschel + Kolleginnen, die einen andere Weg sieht. 

Eines muss man den neuen digitalen Vermögensverwaltungen lassen: ihr Marketing ist Weltklasse. Mit sichtlich viel Geld werden multimedial alle Werbestrecken bedient, da ist die Rede von ausgefeilten Algorithmen, modernster Technologie, Value-at-Risk und Performance-Optimierung.

Worum geht es? Die Robo Advisor sind digitale professionelle Vermögensverwaltungen, die online-begeisterte Anleger (80% sind übrigens männlich) im Blick haben. Moderne Technologien erstellen auf Basis mathematischer Modelle und Algorithmen eine zum Anleger passende Anlagestrategie. Ihr Anspruch ist es, besser, intelligenter und vor allem preisgünstiger als die bisherigen Anlage-Lösungen zu sein. Der Vertragsabschluss ist komfortabel am Smartphone auch rasch erledigt, was tatsächlich ein großer Vorteil ist.

Die annähernd dreißig digitalen Vermögensverwaltungen, die derzeit am deutschen Markt um die Gunst der Anleger werben, verwalten aktuell schätzungsweise ein Anlagevolumen von 3 Milliarden Euro. Das klingt viel, macht aber nur 0,15% dessen aus, was hierzulande auf Tagesgeldkonten schlummert. Noch bilden die Robos also einen Nischenmarkt, aber ich rechne fest mit ihrem Wachstum.

Schöne Vielfalt oder große Unübersichtlichkeit?

Dennoch haben die neuen Multitalente ihre Grenzen. Wo 30 Anbieter mit jeweils 3-10 Strategien locken wird aus der schönen Vielfalt rasch eine große Unübersichtlichkeit. Viele Anlegerinnen und Anleger fühlen sich mit der Fachterminologie, die bei allen Marketingbemühungen auch nicht aus der Welt zu schaffen ist, überfordert. Zudem sind die digitalen Portfolios in Summe ihrem eigenen Renditeanspruch noch schuldig, wie das vergangene Jahr eindrucksvoll belegte.

Eine komplette Anlagelösung werden die Newcomer deshalb für die meisten nicht sein. Wer wenig Kenntnisse und Leidenschaft für das Börsengeschehen hat, sucht eher den persönlichen Rat und den Austausch auf Augenhöhe, als die digitale Bequemlichkeit. Komplexe Vermögensfragen lassen sich von Angesicht zu Angesicht besser besprechen.

Eine große Zukunft sehe ich deshalb bei hybriden Lösungen, die die Vorteile aus beiden Welten verbinden: Konventionelle Portfoliostrategien, die mit künstlicher Intelligenz und selbstlernenden Systemen immer weiter verfeinert werden und sowohl in der persönlichen Finanzberatung zum Einsatz kommen als auch online verfügbar sind. Svea Kuschel + Kolleginnen, geht diesen neuen „hybriden Weg“.